»Kamerad Kamera«
Samstag, 20. Mai 2006 | 20 Uhr »BILDER »BILDER »SCHULKLASSE
Ausstellungseröffnung
Austellungsdauer 20. 05. — 30. 05.
»Kamerad Kamera«
Pouva Start Gruppenausstellung
Wir Fotografen leben in einer verrückten Zeit.
Bis vor kurzem sparten wir jahrzehntelang auf die teuersten Kameras der Welt, verbrachten unsere Wochenenden augengerändert und mit schwefelverätzten Fingerkuppen in der Dunkelkammer, dann schließlich vor dem Computer, um mit allen Finessen das Letzte aus unseren Bildern zu kitzeln, und mit dem Wechsel ins Digitale gab es wieder neue Herausforderungen, zwischen Cropfaktoren, Blooming und chromatischer Aberration.
Wer hätte in analogen Zeiten gedacht, dass man DRI oder Tonemapping brauchte, um überhaupt ein technisch sauberes Bild zu erzielen.
Und dann kamen diese coolen schwarzgekleideten buntbebrillten Mediendesigner, die einfach ihre Handies zum Knipsen in die Luft warfen und uns erklärten, uralte russische Kameras seien doch viel angesagter.
Und mittendrin sitzt die kleine Pouva. Sie ist leider wahrscheinlich kein neuer kultiger Trend zwischen Ostalgie und Lomografie, sondern schlichter fotografischer Alltag, seit den 50er Jahren. Und weil sie so charmant ist, macht sie einfach Spaß.
Über 20 Menschen aus Deutschland und Österreich — vom Hobbyknipser bis zum Galeriefotografen — zeigen im Mai in der LINDA, was sie mit der Pouva anstellen.
TECHNISCHE INFO
Der Freitaler Ingenieur Karl Pouva baute in Freital bei Dresden 1952 diese 6x6 Mittelformatkamera für den kleinen Geldbeutel (damals 16,50 Mark).
Diese (und alle weiteren Kameras dieses Typs) waren mit einem Duplar (f=8cm) ausgestattet und erhielten als Verschluss einen Einfach-Vario (Zeit und Moment - Sonne und trüb).
Der 120er Film erlaubt mit der Bakelit-Kamera 12 Aufnahmen und das Negativ-Format war groß genug, um kostengünstige Kontaktabzüge herzustellen.