»HURE«
Mittwoch, 02. August 2006 | 20 Uhr »BILDER
Performance (Auszüge einer Theaterperformance nach dem Buch von Nelly Arcan)
»HURE«
Die Theaterperformance HURE wird am 11. und am 12. August in neuer Fassung im Hamburger Sprechwerk zu sehen sein. Die Regisseurin Isabelle McEwen beschäftigt sich seit 2003 mit dem Text von Nelly Arcan, welcher der Performance zugrunde liegt. Es entstand zuerst ein Workshop beim Festival feuer + flamme 2003 auf Kampnagel und die Theaterperformance selbst wurde letzten Dezember im Hamburger Sprechwerk uraufgeführt. Die Musik schrieb Catharina Boutari. Sie schuf raue, sparsam instrumentierte Songs und Spoken Words Stücke, die direkt und unverschont von Sehnsucht und von Lebenshunger handeln. Die in einer Kritik als „Ein-Frau-Kraftwerk“ bezeichnete Sängerin ist live auf der Bühne zu hören.
In der multimedialen Inszenierung teilen sich elf Schauspielerinnen auf der Bühne und auf der Leinwand die Rolle einer jungen Literaturstudentin, die sich in der Großstadt als Edelprostituierte verdingt. „Im Roman wie in der Performance entspringt die Poesie aus der unerwarteten Art und Weise, mit der verschiedene Welten sich verbinden oder miteinander verknüpft werden“, sagt die Regisseurin.
Es geht in Hure um die Geschlechter in unserer Gesellschaft, es ist ein Stück über die Suche nach Identität in einer Welt, in der nur Vervielfältigung von immer gleichen Bildern ohne Herkunft und ohne Zukunft zählt. Sex als ein wesentlicher Motor der Maschinerie, um die es geht, wird in der Performance in grelles Licht gerückt. Es geht dabei nicht um die vulgären Aspekte vom Geschäft mit dem Sex. Die Gedanken der Hauptfigur fangen dort an, wo Vulgarität nicht mehr greift, dort, wo Verführung nicht mehr neckisch sondern existenziell ist.
Speziell für diesen Abend und für die Linda werden Isabelle McEwen und Catharina Boutari mit Material aus der Aufführung eine Performance zeigen.
Performance-Programm
Catharina Boutari, „Rock that city“ [vorn]
Monolog 1 (Irini Doulgere) [hinten, Raum links]
Catharina Boutari, Prologue (spoken words) [kleiner Raum hinten rechts]
Catharina Boutari, „To the limits of this world“ [großer Raum hinten]
Monolog 2 (Veronika Lechner) [großer Raum hinten]
Catharina Boutari, „Pretty“ [vorn]
Michael Steinhauser, „Mein Meister“ (Kurzfilm) [Raum hinten links]
Monolog 3 (Elise Altenstein) [kleiner Raum hinten rechts + Küche]
Catharina Boutari, „Fuck and repeat“ [vorn]
Isabelle McEwen, „HURE“ (Kurzfilm) / Monolog 4 (Lea Fresenius)
[Raum hinten links]
Catharina Boutari, „Lost life“ [großer Raum hinten]
Pressestimmen
„Die perfekt eingesetzte Integration von Tanz, gesprochenem Wort, Videosequenzen und Rockmusik (…) macht das unversöhnte Nebeneinander von Illusionen, Sehnsüchten und bitterer Realität mit Augen und Händen greifbar und diesen Abend zu einem Theaterereignis, das fesselt und lange nachklingt.“
Hans-Juergen Fink
„Knalliges, modernes Stück - harte Fakten und Gefühle wurden uns ungefiltert um die Ohren und Augen gehauen - das rockt ! Wenn doch nur das Publikum die Ärsche nicht so fest auf die Stühle gepresst hätte - schreit, lacht und weint ! Ich hatte Spass...“
Chris v. Rautenkranz
“Die grandiose Ästhetik verweist für mich auf die Kraft dieser Frau, vielleicht jeder Frau, aus dem widerlichen Geschäft aufrecht herauszugehen.“
Renate Hudewentz (Theaterdiscounter Berlin)