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Claudia Rösener & Henrik Hold

Malerei, Aquarelle und Gefäße

In der Ausstellung Kammerverfahren der Hamburger Künstler Claudia Rösener und Henrik Hold treffen Malereien von Interieurs und Stillleben der eigenen Wohnung auf keramische Gefäße und auf figürliche Aquarelle, denen Vorlagen barocker oder mittelalterlicher Skulpturen oder Reliquienbehälter zugrunde liegen.
Die ausgestellten Arbeiten entwickeln sich alle aus konkreten Dingen – dem eigenen Lebensraum, alltäglichen Gebrauchsgegenständen oder Skulpturen aus einem kollektiven kunstgeschichtlichen Fundus.

Henrik Hold baut seine Bilder auf einer schwarz grundierten Leinwand auf, die helleren Farben werden in Schichten aufgebaut. Durch die Effekte von Licht und Schatten sind etliche Bilder fast an der Grenze zur Abstraktion. Man kann sie als Untersuchungen zum Verhältnis von Raum, Licht, Atmosphäre und Zeit bezeichnen.
Mit den Mitteln der Malerei verwandelt Henrik Hold real wahrgenommene und erfahrene Räumlichkeit in Farbflächen um und baut so einen vorgestellten in den gesehenen Raum – oder einen gesehenen in den vorgestellten.
Durch diese Überlagerung entstehen Raumsituationen, die gleichzeitig alltägliches Wohnen wie auch ewige Stille vermitteln. Man kann beim Betrachten dieser Bilder auf die abgebildeten Gegenstände fokussieren oder auf das unsichtbare Dazwischen, was all diese Dinge umgibt.

Ähnliches gilt für die – auf Variationen von Gebrauchsgegenständen wie Schale, Vase, Dose reduzierten – keramischen Gefäße von Claudia Rösener, die gleichzeitig Raum bilden wie auch vom Raum umfasst werden.
Ihre alltägliche Größe bezieht sich auf menschliche Körpermaße – nicht zufällig spricht man in der Keramik von Lippe, Schulter, Bauch, Fuß etc. wenn man ein Gefäß beschreibt.
Insofern macht es für Claudia Rösener keinen besonderen Unterschied, ob sie ein Gefäß formt oder eine Skulptur abzeichnet. Es sind die leichten Verfremdungen, leisen Verschiebungen, die sie sucht, um den Körper eines Gefäßes oder einer Plastik noch näher an eigene Körpererfahrungen zu rücken. Das kann sich in der stabilen Harmonie einer Schale ebenso finden, wie im kratzenden Duktus der Feder oder den Untiefen eines im Schwarz versinkenden Aquarells.

Claudia Rösener sagt über ihre keramischen Gefäße:
„Anfangs hat mich die Schlichtheit und Ordnung von minimalistischer Kunst interessiert, während ich mich später mit barocken Skulpturen beschäftigt habe.
Seit zwei Jahren besitze ich eine Drehscheibe und drehe keramische Gefäße. In diesem Prozess kann ich das reduzierende Prinzip der Minimalisten und die Bewegtheit des Barocken verbinden. Die Geschwindigkeit des Drehvorgangs unter Verwendung der Schwer- und Fliehkraft erzeugt das spiralig Bewegte, was Barockskulpturen einfrieren, ebenso wie eine Zentriertheit der Dinge.
Beim Drehen setze ich mich diesen Kräften aus und mein eigener Körper verwandelt sie in Gefäße. Die Gefäße selbst sind Abstraktionen dieses Prozesses. In ihren vielfältigen Formen bilden sie eine unendliche Reihe, als Unikate Individualität und als Gefäß ewige Wiederholung demonstrierend.“

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Vernissage
Freitag, 20. August 2010 | 20 Uhr

Ausstellungsdauer
20. bis 29. August 2010

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag jeweils 16-19 Uhr
Samstags und Sonntags jeweils 15-19 Uhr

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